Sonntag, 19.03.
Der Wind hat sch über Nacht gelegt. Beste Vorraussetzungen für unsere Kajaktour heute also. Eine Bootsvermietung am Hafen ist schnell ausgemacht. Die Preise für ein Kajak für den Tag sind gut doppelt so hoch wie in Deutschland. Was soll der Geiz, nach Sicherheitseinweisung per Video gehts raus aufs Wasser mit unserem Kajak. Wir machen eine kleine Rundtour raus aus der Bucht von Picton in den Marlboroughsound. Vorbei an kleinen Inseln, mit den Bergpanoramas um uns herum. Vor allem Komorane und Robben kann man an Felsvorsprüngen am Ufer bewundern. An die Robben kann man wirklich sehr dicht ran, ohne das diese das stört. Es ist lustig ihnen zuzuschauen wie si sich in vertikal kreiselnden Bewegungen durchs Wasser schrauben. Delphine oder Orcas sehen wir leider nicht, diese sind hier nur manchmal zu sehen. Aber auch so ist es eine beeindruckende Kajakfahrt durch die fast unberührte Küstenlandschaft hier. Ein idyllischer einsamer Badestrand ist auch schnell gefunden, wo wir noch ausgiebig relaxen bevor wir das Boot wieder abg
eben müssen. Wiedermal ein rundum gelungener Tag.
Montag, 20.03.
Unsere Fähre legt heute früh um 9Uhr in Picton ab. Es geht nach Wellington. 3h Überfahrt von der Südinsel zur Nordinsel.
Als wir aus der geschützten Bucht des Marlboroughsound rausfahren, empfängt uns ein rauer Wind auf offener See. Langsam sehen wir die Berge der Südinsel hinter uns im blauen Dunst verschwinden. Die Einfahrt in die Bucht von Wellington ist vielversprechend. Auf einmal liegt eine richtige Stadt vor uns mit Skyline, ganz anders als wir es bisher von der Südinsel kennen. Im Hafen gebe ich schnell die Adresse unserer Autovermietung ein und schalte auf Fahrradnavigation. Heraus kommt eine Route wie sie ein Fremdenführer wohl auch nicht viel besser arrangieren könnte. So fahren wir an der Hafenpromenade entlang mit Blick auf See und Skyline, danach schickt uns mein Navi wohl Wellingtons steilste Straße Richtung Mt. Victoria hoch und zum Schluß fahren wir durch einen Tunnel direkt unterhalb des
Rollfeldes des Flughafens um doch noch tatsächlich an der Autovermietung anzukommen. Eine erste kurze Besichtigung Wellingtons haben wir so schon mal hinter uns. Unser Auto ist dann auch schnell nach kurzer Sicherheitseinweisung per Video startklar. Unsere Räder passen auch rein, Christoph kommt auch schnell mit dem Automatikgetriebe klar und ich beschränke mich auf meine Rolle als Navigator. Ein Hostel in der Innenstadt ist auch schnell gefunden. Danach gehts mit dem Auto nochmal auf den Mt. Victoria hoch. Der Aussichtspunkt hier oben ist wirklich Klasse. Man überblickt die gesamte Bucht von Wellington und hat eine Klasse Sicht auf die Skyline. Leider ist es etwas diesig und bewölkt heute, aber auch so ist das Panorama überwältigend. Die Kombination von See, Hügeln und Skyline erinnert mich etwas an Vancouver. Wellington ist wirklich eine schöne und sehenswerte Stadt. Danach gehts für uns zurück in die Innenstadt, wir wollen noch Max unseren Neffen treffen, der schon über ein halbes Jahr in Neuseeland auf Work and Travel unterwegs ist. Max erzählt uns, das er zur Zeit 6 Tage die Woche a10h als Bauarbeiter hier in Wellington arbeitet, er will das nächste halbe Jahr noch weiter nach Australien, Bali, Vietnam, Singapur und Thailand. Er kann uns auch gleich mit Tips für die Nordinsel versorgen, die er gut kennt.
So geht der Abend schnell rum.
Dienstag, 21.03.
Ein Teil des Tages ist heut noch für Wellington reserviert. Zum Frühstück gehts erst mal raus zum Oriental Beach. So kann der Tag anfangen, Kaffee und Muffins am Strand mit Blick auf See und Sķyline von Wellington. Danach gehts zu den Weta Studios, diese sind vor allem dadurch bekannt, das sie die Animationen, Kulissen, Masken ... für Herr der Ringe und den Hobbit gemacht haben, aber auch noch für viele andere Filme. Hier schauen wir uns eine Workshoptour an, die ein bißchen einführt wie die Modelle hier entstehen und wieviel Arbeit dahintersteckt um ein paar Minuten Film mit der perfekten Illusion zu produzieren. Schon sehr beeindruckend. Danach gehts ins Te Papa Museum, so eine Art Nationalmuseum, das zum größten Teil kostenlos besichtigt werden kann. Hier gibts wirklich viel Wissenswertes über Neuseeland, mit Ausstellungen zur Tierwelt, Erdbeben und Vulkanismus, Maorikultur oder die Besiedlung Neuseelands, unbedingt empfehlenswert.
Ein Abstecher in den Botanischen Garten bildet dann den Abschluss unserer Wellington Besichtigung. Die Lage des Gartens oberhalb der Stadt ist wieder Klasse. Man kann auch vom Hafen mit einer sehenswerten Standseilbahn hier hochfahren und einen tollen Blick auf die Stadt genießen. Wir können hier etwas gegen unsere Unkenntnis der örtlichen Fauna tun. Es gibt aber auch viele australische Pflanzen zu bewundern. DerEukalyptusbaum ist schon beeindruckend. Am späten Nachmittag machen wir uns dann auf den Weg zum Tongariro Nationalpark. Das sind nochmal 350km zu fahren. Abends halb 9 kommen wir auf dem Camping dort an. Das Zelt ist schnell aufgebaut und über uns erstrahlt in der Höhe, in der wir uns mittlerweile wieder befinden, ein gigantischer Sternenhimmel.
Mittwoch, 22.03.
Es ist abend und wir sitzen glücklich und entspannt in einer heißen Thermalquelle unseres Campingplatzes in Roturua.
Was für ein Tag heute. Frühs kurz vor 6 gehts los. Wir packen schleunigst unser Zelt und alles zusammen. Wir wollen bis 7Uhr am Parkplatz des Tongariro Alpine Crossing Tracks sein. Danach soll es schwierig sein überhaupt noch dort parken zu können und wir wollen diesen Track unbedingt machen, ein Highlight jeden Neuseeland Besuchs. Am Parkplatz ist Superwetter. Wir beschließen die Regenklamotten nicht mitzunehmen. Vom Parkplatz fährt uns ein Bus zur anderen Seite des Tracks, von wo wir zu unerem Auto 20km auf dem Track zurücklaufen.
Als der Bus in eine dicke Wolkenschicht einfährt scherzen wir noch. Am Anfang des Tracks stehen wir dann in einer dicken Wolkenschicht, es nieselt unablässig. Mir ahnt schlimmes. Die Busse sind mittlerweile wieder abgfahren. Es gibt mur einen 20km durchs Gebirge da durch. Nach 20min ist meine Softshelljacke durch, weitere 20min der Rest bis auf die Haut auch, inklusive Fotoapparat, der bei der Witterung nicht mehr zu gebrauchen ist. Zu sehen gibts nix, wir sind in einer dicken Suppe unterwegs, ein paar Vulkangesteine und Flechten und Gräser am Wegesrand. Die Vulkane um uns sind nicht mal zu erahnen. Von hinten peitscht uns ein kalter Wind die nassen Klamotten auf die Haut.Wir werden immer schneller um die innere Heizung anzuschmeißen, das ganze hat plötzlich was von Überlebenskampf. Innerhalb von 4h haben wir den Parcour bewältigt, der eigentlich minimal 6,5h dauern sollte. Nix gesehen, pitschnaß bis auf die Haut, halb starr gefroren, aber überglücklich das Auto erreicht zu haben. So schafft man sich bleibende Erlebnisse. Wir beschließen schleunigst zu den heißen Quellen in Roturua zu fahren. Unterwegs statten wir den Huka Falls noch einen Schnellbesuch ab um zum Tagesabschluß dann im 40 Grad warmen Thermalbecken unsere geschundenen Glieder wieder auf Vordermann zu bringen. Was für ein Tag?!



